Die sozi­al­räum­liche Bildungs­land­schaft Campus Rütli in Berlin-Neukölln
Begrün­dungen und Bedeu­tungen aus der Perspek­tive gestal­tender Akteure

Das Thema Bildungs­land­schaften hat Konjunktur. Bildungs­praxis, ‑politik und ‑wissen­schaft disku­tieren seit Mitte der 2000er Jahre hoff­nungs­voll über diese Konzept­figur. Kern des Konzepts ist die lang­fris­tige Koope­ra­tion verschie­dener formaler und non-formaler Insti­tu­tionen der Bildung, Betreuung und Erzie­hung in einem bestimmten Bezugs­raum. Deutsch­land­weit werden Bildungs­land­schaften umge­setzt – über 400 Beispiele können bereits gezählt werden.

Im Fokus dieser Studie steht der Typus der sozi­al­räum­li­chen Bildungs­land­schaft. Diese kenn­zeichnet unter anderem die Verknüp­fung pädago­gi­scher und räum­li­cher Aspekte in Leit­bil­dern, Ziel­set­zungen und der konkreten Umset­zung. Raum wird als Gestal­tungs­di­men­sion verstanden. Aus diesem Grund wirken neben Pädagogen auch Stadt­planer an der Gestal­tung sozi­al­räum­li­cher Bildungs­land­schaften mit.

In der Forschung werden bisher primär einzelne Facetten von Bildungs­land­schaften (z. B. Steue­rung) oder Best Prac­tice Beispiele unter­sucht. Grund­sätz­lich wird die Konzept­figur der (sozi­al­räum­li­chen) Bildungs­land­schaften aller­dings noch kaum hinter­fragt. Es bleibt unklar, warum die gestal­tenden Akteure an der Konzi­pie­rung und Reali­sie­rung sozi­al­räum­li­cher Bildungs­land­schaften mitwirken. An dieser Forschungs­lücke setze ich mit meiner Studie an.

Das Ziel meiner quali­ta­tiven, empi­ri­schen Unter­su­chung ist es, sozi­al­räum­liche Bildungs­land­schaften aus der Perspek­tive der mitwir­kenden Akteure zu verstehen. Die beiden erkennt­nis­lei­tenden Fragen meiner Unter­su­chung lauten: Aus welchen Gründen wirken Akteure der Stadt­pla­nung und Stadt­ent­wick­lung an der Gestal­tung sozi­al­räum­li­cher Bildungs­land­schaften mit? Und: Welche Bedeu­tungen schreiben Akteure der Stadt­pla­nung und Stadt­ent­wick­lung sozi­al­räum­li­chen Bildungs­land­schaften zu?

Unter Akteuren der Stadt­pla­nung verstehe ich die planenden Verwal­tungen sowie von ihnen beauf­tragte private Auftrag­nehmer. Weitere Akteure, die die soziale, wirt­schaft­liche und räum­liche Entwick­lung von Stadt beein­flussen, defi­niere ich als Akteure der Stadt­ent­wick­lung.

Zur Beant­wor­tung der Forschungs­fragen führe ich eine Einzel­fall­studie zu einer konkreten sozi­al­räum­li­chen Bildungs­land­schaft durch: dem Campus Rütli in Berlin-Neukölln. Doku­mente und die Tran­skripte leit­fa­den­ge­stützter Inter­views werte ich hierzu inhalts­ana­ly­tisch aus.

Im Ergebnis kann ich rekon­stru­ieren, dass ein verbin­dendes Verständnis der diversen Akteure unter­schied­li­cher Diszi­plinen und Ressorts ihre Mitwir­kung am Campus Rütli begründet. Die Heraus­ar­bei­tung stra­te­gi­scher Ansätze von sozi­al­räum­li­chen Bildungs­land­schaften erlaubt es mir, aus Perspek­tive der Akteure den Mehr­wert sozi­al­räum­li­cher Bildungs­land­schaften aufzu­zeigen. Die Analyse verdeut­licht, dass die Akteure mit der Umset­zung des Campus Rütli eine Viel­zahl und Viel­falt an Zielen verfolgen. Gleich­wohl, so meine Erkenntnis, verbindet diese Ziele ein Leit­ge­danke: die Herstel­lung sozialer Gerech­tig­keit. Die Bedeu­tungs­zu­schrei­bungen der Akteure verdichte ich zu tragenden Motiven sozi­al­räum­li­cher Bildungs­land­schaften. Abschlie­ßend gebe ich einen Ausblick auf die Entwick­lung in der kommu­nalen Praxis und weitere Forschungs­be­darfe. In der Zusam­men­schau der Erkennt­nisse wird deut­lich, was das spezi­fisch Sozi­al­räum­liche sozi­al­räum­li­cher Bildungs­land­schaften ist.

Kontakt: Anna Juliane Hein­rich:

 

The socio-spatial educa­tional land­s­cape Campus Rütli in Berlin-Neukölln. 
Reasons and signi­fi­cance from the stake­hol­ders‘ perspec­tive

The concept of so-called educa­tional land­s­capes (Ger. Bildungs­land­schaften) is curr­ently very popular within German educa­tion prac­tice, policy and rese­arch. Educa­tional land­s­capes are long-term coope­ra­tions of diverse formal and informal stake­hol­ders of the fields of educa­tion, upbrin­ging and child­care in a defined spatial context (region, muni­ci­pa­lity, neigh­bour­hood). Since the mid-2000s educa­tional land­s­capes have been imple­mented all over Germany—more than 400 examples exist already. In the debate the concept of educa­tional land­s­capes receives a solely posi­tive reception—education prac­tice and policy have high expec­ta­tions.

The focal point of my study is the specific type of socio-spatial educa­tional land­s­capes. These are charac­te­rised by an inte­gra­tion of pedagogic and spatial aspects in visions, aims and imple­men­ta­tion. Space is therein unders­tood as a compo­nent to be desi­gned. There­fore, not only pedago­gues, but also urban plan­ners engage in the design of socio-spatial educa­tional land­s­capes.

In rese­arch, specific aspects of educa­tional land­s­capes as well as examples of best prac­tice have been analysed prima­rily so far. However, the very concept of educa­tional land­s­caped is not being ques­tioned. It remains unclear why stake­hol­ders engage in desi­gning socio-spatial educa­tional land­s­capes. This is the star­ting point of my inves­ti­ga­tion.

The aim of my quali­ta­tive, empi­rical study is to under­stand the concep­tual frame­work of socio-spatial educa­tional land­s­capes from the stake­hol­ders’ perspec­tive. Arising thereby, two rese­arch ques­tions will guide my work: what are the reasons for stake­hol­ders of urban plan­ning and urban deve­lop­ment to engage in the design of socio-spatial educa­tional land­s­capes? And: what signi­fi­cance do the stake­hol­ders of urban plan­ning and urban deve­lop­ment attri­bute to socio-spatial educa­tional land­s­capes? I define stake­hol­ders of urban plan­ning as plan­ning depart­ments as well as private contrac­tors commis­sioned by them. Further stake­hol­ders who influ­ence the social, economic and spatial deve­lop­ment of a city would here be defined as stake­hol­ders of urban deve­lop­ment. In order to answer my rese­arch ques­tions I conduct a case study explo­ring Campus Rütli in Berlin as an example of a socio-spatial educa­tional land­s­cape. Docu­ments and tran­scripts of guided inter­views will be analysed using content analysis.

As a result of my study I can recon­struct a connec­tive under­stan­ding of the various stake­hol­ders engaged in the design of Campus Rütli. This is remar­kable since the stake­hol­ders are from diffe­rent disci­plines and depart­ments. With my inves­ti­ga­tion I am able to iden­tify several stra­tegic approa­ches charac­te­ristic of socio-spatial educa­tional land­s­capes. These illus­trate the addi­tional value of a socio-spatial educa­tional land­s­cape compared to a mere insti­tu­tional network. My study shows that the stake­hol­ders pursue a broad variety of aims. However, I argue that these aims are connected by the overall vision to promote social justice. Subse­quently, I carve out the meaning attri­buted to the socio-spatial educa­tional land­s­cape by the stake­hol­ders by recon­struc­ting motives of socio-spatial educa­tional land­s­cape. Conclu­ding my study, I give an outlook towards the further deve­lop­ment of socio-spatial educa­tional land­s­capes in Germany and I discuss the need for further rese­arch. The synopsis of my findings will illus­trate what charac­te­rises the specific socio-spatial dimen­sion of socio-spatial educa­tional land­s­capes.

Contact: Anna Juliane Hein­rich:

Tech­ni­sche Univer­sität Berlin

Fakultät VI – Planen Bauen Umwelt
Institut für Stadt- und Regio­nal­pla­nung (ISR)
Fach­ge­biet Städ­tebau und Sied­lungs­wesen
Harden­bergstr. 40A
Sekre­ta­riat B9
D – 10623 Berlin

Sekre­ta­riat

Andrea Bluhm
Raum: B 221
Telefon: +49 (0)30 – 314 28098
Fax: +49 (0)30 – 314 28153
E-Mail: sekretariat[at]udc.tu-berlin.de

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