DFG: Der Campus als Leit­bild und Praxis in Lokalen Bildungs­land­schaften

2019 – 2021

Thema

In der kommu­nalen Praxis in Deutsch­land finden sich vermehrt soge­nannte Bildungs­land­schaften. Hier schließen sich Insti­tu­tionen der Bildung, Betreuung und Erzie­hung – meist unter Betei­li­gung von Politik und Verwal­tung – zu Expert*innennetzwerken zusammen, entwi­ckeln Leit­bilder und setzen Hand­lungs­kon­zepte um. Ein Teil dieser Lokalen Bildungs­land­schaften wird nicht nur pädago­gisch, sondern auch von Stadt-, Landschaftsplaner*innen und Architekt*innen baulich-gestal­te­risch reali­siert. Ähnliche sozi­al­raum­ori­en­tierte Vorhaben entstehen welt­weit, v. a. in Europa und Nord­ame­rika. Als ein wesent­li­cher Befund bishe­riger Unter­su­chungen zu sozi­al­räum­li­chen Bildungs­land­schaften (z. B. das voran­ge­gan­gene DFG-Projekt Lokale Bildungs­land­schaften und Stadt­ent­wick­lung) kris­tal­li­siert sich heraus, dass die städ­te­bau­liche Form des Campus eine zentrale Leit­figur in den Ideal­vor­stel­lungen zahl­rei­cher Akteur*innen einnimmt und gleich­zeitig eine beson­ders verdich­tete Form der Bildungs­land­schaft darstellt. Das Forschungs­pro­jekt Der Campus als Leit­bild und Praxis in Lokalen Bildungs­land­schaften nimmt diese Erkenntnis zum Ausgangs­punkt und unter­sucht in zwei Projekt­bau­steinen die Entwick­lung und Nutzung von zwei ausge­wählten Campus­pro­jekten im Kontext von Lokalen Bildungs­land­schaften.

In Projekt­bau­stein 1 wird die Konzi­pie­rung und Reali­sie­rung von Campus­pro­jekten erforscht. Der Fokus liegt auf der wech­sel­sei­tigen Entwick­lung von Expert*innennetzwerken und Leit­bil­dern. Als Erhe­bungs­in­stru­mente dienen Grup­pen­dis­kus­sionen mit rele­vanten Akteur*innen und Gremi­en­be­ob­ach­tungen. Im 2. Projekt­bau­stein werden die auf den Campus entste­henden Alltags­prak­tiken der Nutzer*innen (v. a. Jugend­liche) unter­sucht, bspw. Aneig­nungs­pro­zesse und Raum­wahr­neh­mungen. Die dazu­ge­hö­rigen Erhe­bungs­in­stru­mente sind Raum­ana­lysen, Beob­ach­tungen, stan­dar­di­sierte Befra­gungen und Narra­tive Land­karten.

Forschungs­de­sign

Drei Perspek­tiven charak­te­ri­sieren das Projekt:

  • Die innere Perspek­tive, die durch die Erfas­sung von Meinungen und Prak­tiken reali­siert wird.
  • Der Fokus auf kollek­tive Akti­vi­täten, die in Form von verbalen und räum­li­chen Hand­lungen von sozialen Gruppen erfasst werden.
  • Die Prozess­per­spek­tive, die durch einen Längs­schnitt über zwei Jahre erreicht wird.

Als theo­re­ti­scher Bezugs­punkt dient u. a. die Akteur-Netz­werk-Theorie, da sie als Heuristik ermög­licht, die Dicho­to­mi­sie­rung in mensch­liche Akteure und nicht-mensch­liche Dinge zu über­winden. Somit kann auch der Zusam­men­hang aus Sozia­lität und Mate­ria­lität empi­risch erhoben werden. Fokus­siert wird auf die sozio­ma­te­ri­elle Wirk­lich­keit der Zu- und Über­gangs­si­tua­tionen der Campus, da diese bei der inhalt­lich- und räum­lich-konzep­tio­nellen Gestal­tung beson­dere Aufmerk­sam­keit erfahren.

Die forschungs­lei­tenden Fragen sind:

  • In welcher Weise entwi­ckeln sich Leit­bilder und Expert*innennetzwerke von Campus, und welche Bedeu­tungen werden der Campus-Form hinsicht­lich pädago­gi­scher und räum­li­cher Ziele zuge­spro­chen?
  • In welcher Weise zeigen sich Raum­wahr­neh­mung, -nutzung, -aneig­nung und -gestal­tung von Akteur*innen des jewei­ligen Campus, und welche sozio-mate­ri­ellen Wirk­lich­keiten entstehen an Zu-/Über­gängen?

 

Förde­rung

DFG – Deut­sche Forschungs­ge­mein­schaft

Bear­bei­tung

Prof. Dr. Angela Million, Sarah Klepp

Partner

Prof. Dr. Thomas Coelen
SiZe – Siegener Zentrum für sozi­al­wis­sen­schaft­liche Erzie­hungs- und Bildungs­for­schung an der Univer­sität Siegen
Chris­tine Zinke

Tech­ni­sche Univer­sität Berlin

Fakultät VI – Planen Bauen Umwelt
Institut für Stadt- und Regio­nal­pla­nung (ISR)
Fach­ge­biet Städ­tebau und Sied­lungs­wesen
Harden­bergstr. 40A
Sekre­ta­riat B9
D – 10623 Berlin

Sekre­ta­riat

Andrea Bluhm
Raum: B 221
Telefon: +49 (0)30 – 314 28098
Fax: +49 (0)30 – 314 28153
E-Mail: sekretariat[at]udc.tu-berlin.de

Sprech­zeiten

während der Vorle­sungs­zeit  |  ab 08. April 2019
Montag             10 – 12 Uhr
Dienstag          ——
Mitt­woch         10 – 12 Uhr
Donnerstag    13:30 – 14:30 Uhr
Freitag              ——

und nach vorhe­riger Termin-Verein­ba­rung 

Abwei­chungen

18. – 26. April 2019: geschlossen, keine Sprech­zeiten

Standort

© 2019 FG Städ­tebau und Sied­lungs­wesen