Leibniz Universität Hannover

OPEN COMMON

Prof. Andreas Quednau, Agnes Müller
Institut für Entwerfen und Städtebau, Abteilung Städtebauliches Entwerfen

Der Entwurf greift die Aufgabenstellung des diesjährigen Schinkel Wettbewerbes auf, die Zentral- und Landesbibliothek in Berlin als OPEN COMMON zu denken. Eine Bibliothek muss heute mehr sein, als ein Ort zum Lesen und Bücherausleihen, sondern auch ein Ort für Kultur, Kommunikation, Freizeitgestaltung und gesellschaftliches Engagement. Gerade in Zeiten in denen die Gesellschaft auch in den westlichen Ländern zunehmend auseinanderdriftet (bspw. in Bezug auf Einkommen und Bildung) und sich immer stärker politisch polarisiert, bekommen Räume, die frei von Konsumzwang alle Bürger zur Teilhabe einladen, eine besondere Relevanz.

Ziel des Entwurfs ist programmatische, räumliche und prozessuale Szenarien für die neue ZLB und das umgebene Quartier zu entwerfen. Dabei wird die Frage gestellt, welche Formen von Öffentlichkeit an diesem Ort notwendig und wünschenswert sind; wie eine demokratische Gemeinschaftsbildung und Aktivierung gesellschaftlicher Beteiligung durch räumliche Konzepte einer innovativen Bibliothek und Umgebung unterstützt werden können; und wie die ganz alltäglichen Bedürfnisse der multi-ethnisch geprägten Kreuzberger Stadtgesellschaft an eine kulturelle Institution eine programmatische und bauliche Antwort an diesem Standort finden können. Die Theorie der „Open Form“ von Oscar Hansen dient im Entwurf als Anregung sich zu überlegen, welche Stellenwert, Diversität, Transformierbarkeit, Partizipation und Kommunikation im öffentlichen Raum/ bzw. Gebäude haben müssen und wie diese entweder im Planungsprozess oder auch gestalterisch eine Sprache erlangen können. Dabei werden experimentelle und „rebellische“ Entwürfe unterstützt.

Der Entwurf nimmt die Ergebnisse des Seminars „Urbanize Collectively“ aus dem SoSe 2018 als Grundlage.

Das aus Mitteln der Nationalen Stadtentwicklungspolitik geförderte Projekt "Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft" will aktuelle Forschungsfelder der Stadtentwicklungspolitik mit den Gedanken angehender Planer und Gestalter an den Universitäten und Hochschulen zusammenbringen.