TU Dortmund

INFORMELLER URBANISMUS. ENTWERFEN FÜR DIE REBELLISCHE STADT

Stephan Willinger, Päivi Kataikko
Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung

 

Immer öfter entstehen Stadtentwicklungsprojekte durch Aktivitäten der Zivilgesellschaft, die durch ungewöhnliche Initiativen und experimentelle Raumnutzungen wichtige Impulse für eine in Routinen erstarrte Stadtentwicklung geben. So erscheint die Einmischung von Bürgern aus der Sicht der offiziellen Stadtplanung immer noch oftmals als eine Rebellion gegen die geregelten formellen Verfahren und gegen die Letztentscheidung der gewählten Vertreter im Stadtrat als vermeintliche Hüter des Gemeinwohls. Stadtplaner sind gefordert, Überlegungen zu einer stärkeren Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Gruppen anzustellen und Möglichkeiten für die Aufnahme informeller Prozessbausteine in das Instrumentarium heutiger Stadtentwicklung auszuloten.

Wir beschäftigen uns deshalb im Rahmen des Master-Entwurfs damit, wie ein „rebellischer Entwurf“ aussehen könnte, ein Gegenentwurf zur „normalen“ Stadtplanung. Ein solcher Entwurf wird nicht nur in der städtebaulich geschickten Anordnung von Bauten, Infrastruktur und öffentlichen Räumen bestehen. Er wird ein Gegenentwurf zur hierarchischen und geschlossenen Stadt der Nutzungstrennung sein. Und er wird auf kritischen mappings basieren, koproduktiv und prozessorientiert sein, urbane Interventionen und Zwischennutzungen beinhalten und neue Formen einer polyzentrischen Governance vorschlagen.

Das aus Mitteln der Nationalen Stadtentwicklungspolitik geförderte Projekt "Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft" will aktuelle Forschungsfelder der Stadtentwicklungspolitik mit den Gedanken angehender Planer und Gestalter an den Universitäten und Hochschulen zusammenbringen.