M3 | Master-Auftragsprojekt

Dozentin: Dr. Grit Bürgow

LV-Nr.: 06361300 L22
Umfang: 8 SWS / 12 ECTS
Veranstaltungstyp: Projektseminar
Unterrichtssprache: Deutsch / Englisch

1. Termin: 19.04.2018

Donnerstags 14.00 – 16.00h
Raum: SE-RH 006 (Atelier)


Die jüngste Verbreitung von Lieferdiensten im Lebensmittelbereich ist in Berlin unübersehbar. Supermarktketten, Discounter und Biomärkte ringen um digitale Kunden. Obwohl noch Wenige beim Einkauf von Lebensmitteln auf den E Commerce zurückgreifen, weist die unaufhaltsame Zunahme des online-shoppings in Deutschland auf einen künftigen Wandel des Einkaufsverhaltens auch für frische Produkte. Dieser Trend zeigt sich auch am wachsenden öffentlichen Interesse an Praktiken der urbanen Nahrungsmittelproduktion wie z. B. der gebäudeintegrierten Landwirtschaft. Aquaponik und Hydroponik als Leichtbaufarmtechnologien eröffnen neue Gestaltungsspielräume für produktive Infrastrukturen, städtebaulich-architektonische Typologien, Produzenten-Konsumenten-Netzwerke und Handelsbeziehungen. Alle diese Veränderungen haben räumliche Folgen, die einer funktionellen und gestalterischen Auseinandersetzung bedürfen.

Ausgehend von dieser Entwicklung, setzt sich das Projekt mit der Funktionsweise dieser Dienste, mit neuen Formen der urbanen Lebensmittelproduktion und dem Einkaufsverhalten auseinander. Welche Chancen und Risiken ergeben sich für den innerstädtischen Handel, Hauptgeschäftslagen und die Nahversorgung? Welche Bedürfnisse hat ein digital-geprägter Lebensmitteleinzelhandel, welche Funktionsmischungen sind denkbar und welche Konsequenzen ergeben sich für die Standortgestaltung und die wachsende Logistik? Wie sehen neue Betriebsformate, Handels-Gebäude-Typologien oder eine funktionierende Last Mile Logistic im Kontext urbaner Lebensmittelproduktion aus und wie können innovative (Lebensmittel )Anbieter von der Entwicklung profitieren? Wie sieht die künftige Stadt als Ort der Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln aus? Mögliche räumliche Auswirkungen, Stoffströme, Nahrungsketten und Akteursbeziehungen sollen abgeleitet und mit einem hohen Abstraktionsgrad gestalterisch begangen werden.

Die Veranstaltung ist Teil des Wissensnetzwerk Stadt und Handel, welches sich unter dem Motto „URBANE HANDELSLAGEN DER ZUKUNFT :: Digitalisierung – Konzentrationsprozesse – Wettbewerbsdruck“ im Studienprojekt 2018 mit Fragen an der Schnittstelle zwischen innerstädtischem Raum, Digitalisierung des Handels und urbaner Lebensmittelproduktion auseinandersetzen wird. Am Studienprojekt des Wissensnetzwerks Stadt und Handel e.V. werden sieben Universitäten mit unterschiedlicher disziplinärer Ausrichtung teilnehmen.

Das Studio-Projekt beinhaltet eine Auftaktveranstaltung mit den beteiligten Partnerhochschulen vom 4. bis 5. Mai in Hamburg. Inhaltlich dient dieser der breiten Wissensvermittlung und den damit verbundenen Herausforderungen. Der zweite Veranstaltungstag beinhaltet einen Workshop, in dem eine erste praktische Auseinandersetzung mit dem Themenfeld erfolgt.

Grundlagenkenntnisse des Entwerfens und der Plandarstellung werden vorausgesetzt. Ebenso sind Grundkenntnisse sozialwissenschaftlicher und nachhaltiger Stadtforschung wichtig. Das Auftragsprojekt setzt ein fortgeschrittenes MA-Studium voraus und basiert auf einer hohen Eigenständigkeit der Studierenden.