Kinder- und Jugendfreundlichkeit ist ein allgemein anerkanntes Ziel in der räumlichen Planung. Es existiert kaum eine Stadt, die in ihren Leitbildern nicht das Ziel der „kinder- und jugendfreundlichen Kommune“ herausstreicht. Gleichzeitig findet sich auf der Ebene von Maßnahmen und Projekten eine Vielzahl guter Beispiele für die räumliche Gestaltung der Stadt mit und für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Es ist jedoch festzustellen, dass eine Lücke zwischen der übergeordneten Ebene der Ziele und der konkreten Ebene der Projekte besteht: Ziel und Einzelmaßnahmen sind nur lose miteinander verbunden.

Die Dissertation adressiert an diese Lücke und behandelt die Berücksichtigung von Kinder- und Jugendinteressen in der räumlichen Planung – insbesondere deren Berücksichtigung auf einer strategischen Planungsebene und im Verwaltungshandeln. Als Kernfrage der Dissertation stellt sich: In welcher Art und Weise ist die Implementation von Kinder- und Jungendfreundlichkeit in der räumlichen Planung in deutschen Großstädten auf einer strategischen Ebene vorzufinden?

Die Arbeit fragt dabei unter anderem nach den bestehenden Ansätzen, nach deren spezifischen Stärken und Schwächen und nach den Restriktionen und Beförderungen, die es bei der Implementation in das Verwaltungshandeln gibt. Sie untersucht die Verbreitung des Ziels einer Kinder- und Jugendfreundlichen Stadt in den räumlichen Leitlinien deutscher Großstädte und analysiert die spezifischen Strategien der Städte dieses Ziel zu operationalisieren. Der empirische Teil der Arbeit stützt sich auf Dokumentenanalyse und Experteninterviews. Ziel der Arbeit ist es, Chancen und Hemmnisse aufzuzeigen, wie das abstrakte Ziel einer kinder- und jugendfreundlichen Kommune auf räumlicher Ebene handhabbar gemacht werden kann.

Kontakt: Jan Abt: j.abt@isr.tu-berlin.de