This disser­ta­tion explores the ‘Urban Stratum’, a global layer of urban influ­ence that is obst­ruc­ting the earth’s natural cycles. Going out from urgency to deal with the wicked global envi­ron­mental problems of our era, this thesis deve­lops stra­te­gies for trans­forming complex urban systems in the condi­tion of plane­tary urba­ni­sa­tion, based on the poten­tial lever­ages of shock and neces­sity. I there­fore construct an inter­play of four theo­re­tical concept lines: Plane­tary Urba­ni­sa­tion, Comple­xity, Trans­for­ma­tion and Neces­sity; and use prac­tical evidence to support my argu­ments. A central part of the metho­do­logy consists of Trans­di­sci­pli­nary Expert Work­shops, of which some were concep­tua­lised as ‘active-peer­re­view’ and others as ‘crea­tive LAB’. The main contri­bu­tion of this disser­ta­tion to the scien­tific debates is twofold and lies in the new inter­con­nec­tions it makes. First, this thesis estab­lishes the, intrinsic but largely ignored, link between the nature of urban resource flows and the produc­tion of urban space. I conclude that to come to an effec­tive tran­si­tion of our extended urban systems, a tran­si­tion of urban resource flows (from ‘linear’ to ‘circular’) will need to go hand in hand with a tran­si­tion in urban space gover­nance (from ‘closed’ to ‘open’ cities). In other words: a para­digm shift regar­ding resource flows will demand an appro­priate (re-)production of urban space: “Closing Cycles – Opening Cities”. Failing to do so will lead to a further culti­va­tion of ‘tree-like’ struc­tures, which lack comple­xity and ‘de-urba­nise’ the city. Based on this, I suggest that the closing of resource cycles can also serve as a possible new driver for the ‘Open City’. Second, this thesis proposes a conscious use of neces­sity for socio-ecolo­gical trans­for­ma­tions. Inspite the visi­bi­lity of coun­ter­evi­dence, the need for inno­va­tion or change is curr­ently mostly approa­ched from situa­tions of comfort, safety and predic­ta­bi­lity. These are, I argue, not able to produce enough energy to push the necessary trans­for­ma­tion. Next to posing natural resource (re-)appropriation processes and ‘shrin­king cities’ as stra­tegic points of entry, this thesis deve­lops a ‘pres­sure-point stra­tegy’ which high­lights the poten­tial to evolve what has often been an intui­tive prac­tice, led by commu­nity or elected leaders into a more acces­sible stra­tegy for shaping socio-ecolo­gical trans­for­ma­tion in urban prac­tice. This method for custo­mised complex problem hand­ling starts from stress states in the urban system(s) and uses their initial momentum to encou­rage systemic change through ‘intra­ven­tions‘ at selected pres­sure points. In the discus­sion, both contri­bu­tions lead to the need for cities to become respon­sive again to their social and natural envi­ron­ment. The know­ledge to do this is stored for instance in verna­cular archi­tec­ture and other forgotten tech­ni­ques that answered to the earths natural cycles, but most of all in the common sense of abor­ting the consump­tion-centred para­digm for respect and simpli­city, traits that are hard to obtain without imme­diate pres­sure.


Diese Disser­ta­tion unter­sucht das ‚Urban Stratum‘, eine plane­ta­ri­sche Schicht urbanen Einflusses, die die natür­li­chen Zyklen der Erde stört. Ausge­hend von der Dring­lich­keit den ‘wicked’ globalen Umwelt­pro­bleme unserer Zeit zu begegnen, werden Stra­te­gien für die Trans­for­ma­tion komplexer urbaner Systeme im Zustand der ‘Plane­tary Urba­ni­sa­tion’ entwi­ckelt. Diese basieren im Wesent­lich auf Über­le­gungen zu Poten­tialen, die Schocks und ‘Neces­sity’ entfalten können, um als Hebel­wir­kung für Verän­de­rung zu fungieren. Im Rahmen der Arbeit werden vier theo­re­ti­sche Ansätze mitein­ander verknüpft – Plane­tary Urba­ni­sa­tion, Komple­xität, Trans­for­ma­tion und Notwen­dig­keit – und die Argu­men­ta­tion durch Praxis­bei­spiele unter­mauert. Kern der metho­di­schen Vorge­hens­weise sind darüber­hinaus Trans­dis­zi­pli­näre Exper­ten­work­shops, die einer­seits als ‘active-peer-review’ sowie ande­rer­seits als ‘crea­tive LAB’ Veran­stal­tungen konzi­piert sind. Die vorlie­gende Arbeit leistet in zwei­fa­cher Hinsicht einen wich­tigen Beitrag zu der wissen­schaft­li­chen Debatte, der sich auf neue Verbin­dungen zwischen den theo­re­ti­schen Zugängen bezieht. Zum einen bezieht sich dies auf die augen­schein­lich enge, aber bisher weit­ge­hend igno­rierte Verbin­dung zwischen der Art urbaner Ressour­cen­ströme und der Produk­tion urbanen Raumes. Argu­men­tiert wird, dass ein Über­gang urbaner Ressour­cen­ströme (von ‘linear’ zu ‘kreis­förmig‘) mit einem Über­gang urbaner Gover­nance (von ‘geschlos­senen’ zu ‘offenen’ Städten) Hand in Hand gehen muss, um urbane Systeme wirksam zu trans­for­mieren. Anders gesagt, ein Para­dig­men­wechsel mit Blick auf Ressour­cen­ströme erfor­dert eine entspre­chende (Re-)Produktion urbaner Räume: “Closing Cycles – Opening Cities”. Werden diese beiden Über­gänge nicht zusam­men­ge­dacht, führt dies unwei­ger­lich dazu, dass ‘tree-like’ Struk­turen, denen Komple­xität fehlt und die die Stadt ‘de-urba­ni­sieren’, weiter kulti­viert werden. Ein Ergebnis der Arbeit ist die Erkenntnis, dass die Schlie­ßung der Ressour­cen­kreis­läufe auch als ein mögli­cher neuer Treiber für die ‘offene Stadt’ verstanden werden muss. Zum anderen wird mit dieser Disser­ta­tion für eine bewusste Berück­sich­ti­gung von ‘Neces­sity’ als Treiber für eine sozial-ökolo­gi­sche Trans­for­ma­tion einge­treten. Dies steht entgegen gegen­wär­tigen gesell­schaft­li­chen und tech­no­lo­gi­schen Entwick­lungen, bei denen sich der Bedarf an Inno­va­tionen und Verän­de­rungen meist aus Situa­tionen von Wohl­fahrt, Sicher­heit und Vorher­seh­bar­keit speist. Derar­tige Zustände können jedoch kaum genü­gend Energie erzeugen, um eine notwen­dige sozial-ökolo­gi­sche Trans­for­ma­tion voran­zu­bringen. Viel­mehr, so ein weiteres Forschungs­er­gebnis, sollten zukünftig schrump­fende Städte und ‘Necessity’-basierte (Rück-)gewinnungsprozesse von natür­li­chen Ressourcen als Ausgangs­punkte für Trans­for­ma­tion stärker berück­sichtig werden. Wie dies prak­tisch umge­setzt werden kann, verdeut­lich die ‘pres­sure point’ Stra­tegie, die im Rahmen der vorlie­genden Disser­ta­tion entwi­ckelt wird. Sie greift Ansätze zur Gestal­tung einer sozio-ökolo­gi­schen Trans­for­ma­tion im urbanen Raum auf, die oft als intui­tives Handeln von lokalen und gewählten ‘Leaders’ TU Berlin – Disser­ta­tion Katleen De Flander Berlin 2016 Re-orga­ni­sing the Urban Stratum prak­ti­ziert werden, und über­führt diese in eine anwend­bare Stra­tegie. Sie nimmt ihren Ausgangs­punkt in fall­spe­zi­fi­schen Span­nungs­zu­ständen urbaner Systeme und macht sich das initiale Momentum zunutze, um syste­mi­sche Verän­de­rungen durch ‘intra­ven­tions’ an bestimmten ‘pres­sure points’ zu forcieren. Die Diskus­sion beider Ergeb­nisse verdeut­licht letzt­lich auch, dass urbane Räume notwen­di­ger­weise ihre soziale und natür­liche Umwelt wieder berück­sich­tigen. Erfor­der­li­ches Wissen, wie dies gehen kann, verbirgt sich beispiels­weise in lokal­spe­zi­fi­scher, einhei­mi­scher Archi­tektur oder den viel­fach in Verges­sen­heit gera­tenen Tech­niken Wissen, um auf die natür­li­chen Zyklen der Erde einzu­gehen. Viel­mehr noch gilt es jedoch ein an Konsum orien­tiertes Para­digma zugunsten von Merk­malen wie Respekt und Einfach­heit zu brechen; Charak­te­ris­tiken, die ohne umge­henden Druck nur schwer­lich erlangt werden können.


 

Published diss + 3 papers (cumu­la­tive diss):
De Flander, Katleen. 2017. “Re-orga­ni­sing the Urban Stratum.” Disser­ta­tion TU Berlin. Avail­able at TU Berlin via: http://​dx​.doi​.org/​1​0​.​1​4​2​7​9​/​d​e​p​o​s​i​t​o​n​c​e-5727

De Flander, Katleen and Jeb Brug­mann. 2017. “Pres­sure-Point Stra­tegy: Lever­ages for Urban Systemic Trans­for­ma­tion.” Sustai­na­bi­lity 9 (99).
The final publi­ca­tion is avail­able at MDPI via: http://​doi​.org/​1​0​.​3​3​9​0​/​s​u​9​010099 (open access)

De Flander, Katleen. 2015. “Closed Cycles – Open City.” In The Urban Climate Chal­lenge, edited by Craig Johnson, Noah Toly, and Heike Schro­eder, 37–59. New York: Rout­ledge. The final publi­ca­tion is avail­able at Taylor and Francis via: http://​doi​.org/​1​0​.​4​3​2​4​/​9​7​8​1​3​1​5​772981

 

 

 

 

 

De Flander, Katleen. 2013. “Resource-Centered Cities and the Oppor­tu­nity of Shrinkage.” In Miti­ga­ting Climate Change, edited by Anshuman Khare and Terry Beckman, 45–57. Berlin Heidel­berg: Springer Verlag. The final publi­ca­tion is avail­able at Springer via: http://dx.doi.org/10.1007/978–3-642–37030-4_3

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