Trotz der Erkenntnis von Planungstheorie und -praxis, dass der öffentliche Raum die „Schlüsselrolle in der Stadtentwicklung“ einnimmt und „das Wesentliche des Städtebaus“ ist, stellt die großräumige Stärkung des Stadtraums eine große Herausforderung für die Städte dar.

Besonders die funktionale und fachplanerische Vielschichtigkeit der öffentlichen Räume verursacht Schwierigkeiten bei deren Entwicklung und setzt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus. Häufig stehen jedoch fachplanerische Kompetenzstreitigkeiten der Bewältigung der kommunalen „Kernaufgabe“ gegenüber. Bisher wird die Weiterentwicklung des öffentlichen Raums deshalb weitestgehend einzelfallbezogen und kleinräumlich begrenzt durchdacht, geplant und umgesetzt. Um der zunehmenden Bedeutung des öffentlichen Raums für die Stadtentwicklung gerecht werden zu können, sind Städte auf der Suche nach neuen Planungsinstrumenten zur Stärkung des Stadtraums. Die Notwendigkeit von veränderten Arbeitsweisen mit strategischen, integrativen und kooperativen Handlungsansätzen beim Thema öffentlicher Raum war u.a. Erkenntnis eines Forschungsprojektes zur Problemwahrnehmung und zum kommunalen Handlungsbedarf der deutschen Planungspraxis.

Zunehmend finden informelle Planungen zur Stärkung des öffentlichen Raums Anwendung. Besonders Vertreter des liberalen Planungssystems wie Großbritannien und Hong Kong formulieren zur Aufwertung des öffentlichen Raums sogenannte Leitlinien als stadtinterne Regelwerke. Aber auch Städte mit regulativem Planungsansatz wie Berlin oder Wien setzen verstärkt auf informelle Instrumente bei der Planung des Öffentlichen Raums.

Dieses Dissertationsvorhaben setzt sich mit den Inhalten und Vorgaben solcher informeller Planungen zum Thema öffentlicher Raum auseinander und geht der Frage nach, welchen Beitrag diese bei der Stadtraumentwicklung leisten können. Im Fokus stehen hierbei die Regelwerke zur Gestaltung und Entwicklung von Straßen und Plätzen in Berlin, Wien, London und Hong Kong.

Kontakt: Philipp Kopp: philipp.kopp@gmx.net